justamyth: (library)


Paperback, 528 Seiten
2005, Ace Books
Gelesen: 10.11. - 20.11.2011

Dune ist für Science-Fiction ungefähr das, was Lord of the Rings ist für Fantasy - mit dem Unterschied, das Ersteres für mich tatsächlich lesbar ist. (Sorry Tolkien, aber endlose Beschreibungen sind einfach nichts für mich.) Ich habe Dune nicht zum ersten Mal gelesen, aber da das letzte Mal gut 10 Jahre her sein dürfte und noch dazu auf Deutsch, dachte ich mir ein erneutes Lesen des Sci-Fi Klassikers sei mal angebracht. Ich würde Lügen, wenn ich noch wüsste, welchen Eindruck das Buch damals auf mich hinterlassen hat, aber allzu schlecht kann es nicht gewesen sein, denn daran würde ich mich erinnern. Ich meine mich auch vage daran zu erinnern, dass ich die Fortsetzung lesen wollte, aber sie in der Bibliothek ausgeliehen war und dann muss ich irgendwann das Interesse verloren haben. Das wird diesmal kein Problem sein, denn Dune Messiah und Children of Dune stehen lesebereit in meinem Bücherregal.

Ich muss zugeben, so richtig konnte mich das Buch nicht begeistern. Nicht weil es schlecht war, sondern weil sich der Autor auf Dinge konzentriert hat, die mich weniger interessiert haben. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, und eben der mittlere Teil ist es, der sich wie Kaugummi gezogen hat, da dem Autor es wichtig war genau zu beschreiben wie Paul und Jessica in der Wüste überleben, obwohl diese nur etwa zwei Tage dort allein verbringen. Im Kontrast dazu steht der letzte Teil des Buches, der nur wenige wichtige Ereignisse aus etwa vier Jahren wiedergibt. Nur zu gern hätte ich mehr über den Kampf der Fremen gegen die Harkonnen gelesen, aber stattdessen konzentrierte sich der Autor eben auf philosophische und religiöse Grübeleien, die mich, wie gesagt, herzlich wenig interessierten.

Ebenso fand ich es schwer einen Zugang zu den Charakteren zu finden, besonders aber zu Paul, dessen Transformation vom Jugendlichen zum Messiahs ziemlich plötzlich passiert. Sicher, man bekommt erklärt, dass das Spice als Katalysator wirkt und im Prinzip nur zur "Erweckung" diente, aber ich fand diese Erklärung trotzdem nicht zufriedenstellend. Insgesamt fehlt es den Charakteren aber auch einfach an Tiefe, weil deren Motivation ziemlich generell gehalten sind. So wird die eine Seite hauptsächlich durch ihren Hass auf die "bösen" Harkonnen angetrieben, während die Harkonnen sich vom Hass auf die Atreides leiten lassen und als Grund wird eine uralte Fehde zwischen den beiden Familien genannt, bei der ein Atreides einen Harkonnen blamiert hatte.

Eine viel größere Schwäche dieses Buches ist jedoch der Schreibstil. Es ist unglaublich nervig wenn man die Gedanken eines Charakters liest, nur um dann im nächsten Satz die Gedanken eines anderen lesen zu müssen, denn ja, Herbert springt alle paar Sätze zwischen seinen Charakteren hin und her. Dadurch bekommt man zwar ein vollständiges Bild der Szene, aber es ist eben extrem unelegant und störend. Zudem sind die Dialoge recht altmodisch und kaum realistisch. Mir war auch nie klar, ob ich annehmen sollte, ob die Fremen gebrochenes "Englisch" sprechen oder nicht, da sie manchmal danach klangen, und manchmal eben nicht.

Ich finde eine Bewertung schwierig. Als ich das Buch zu Ende las, dachte ich mir, wie gerne ich mehr von dieser Welt bzw. diesem Universum lesen würde, denn wie gesagt, das Buch war nicht schlecht. Aber wenn man mal ernst darüber nachdenkt, dann sind die Charaktere recht stereotypisch und die Handlung ist nicht gerade kompliziert. Und die von Herbert entwickelte Welt hat eben auch nicht das Niveau anderer Bücherreihen.

Bewertung: 3.5/5

Goodreads: 3.94
Amazon: 4.5

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