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Ebook, 388 pages
2009, Scholastic Press
Gelesen: 18.03.12 - 20.03.12

Ich habe das getan, was ich mir versprochen hatte nie zu tun, und habe tatsächlich The Hunger Games gelesen. Es gab drei Gründe, warum ich es nicht lesen wollte. Erstens, habe ich dem Hype einfach nicht getraut. Schließlich ist Twilight ja extrem beliebt, aber einfach nur schlechte Literatur. Zweitens, es wird zur Young Adult Kategorie gezählt, mit der ich bisher eher schlechte Erfahrungen gemacht habe. Drittens, es ist in Ich-Perspektive geschrieben, d.h. genau in der Erzählperspektive, die ich am schlimmsten finde.

Soviel zu meinen Vorurteilen, die glücklicherweise nur teilweise bestätigt wurden. Insgesamt fand ich das Buch nämlich ziemlich gut, oder besser gesagt, es hat mir Spaß gemacht es zu lesen, weil es gibt doch so einige Mängel, die mich störten. Doch zuerst einmal zur Handlung.

Die Geschichte spielt in irgendwann in der Zukunft, in Nordamerika. Was wir heute als die USA bezeichnen ist in etwa Panem - nur kleiner, da wohl der Meeresspiegel deutlich gestiegen ist - welches in 13 Bezirke unterteilt ist. Jedes Jahr werden aus 12 dieser Bezirke (denn der 13. wurde vor geraumer Zeit zerstört) jeweils ein Junge und ein Mädchen ausgewählt, die dann in einem speziellen Areal miteinander kämpfen müssen bis nur noch einer oder eine von ihnen übrig ist. Diese Ereignisse sind die sogenannten Hunger Games, die auch noch in ganz Panem ausgestrahlt werden. Im ersten Buch finden die 74. Hunger Games statt und Katniss, die Heldin der Trilogie, meldet sich freiwillig als weiblicher Tribut für Distrikt 12, damit ihre kleine Schwester nicht teilnehmen muss (denn eigentlich wurde ihr Name gezogen). Als männlicher Tribut muss Peeta teilnehmen, dem Katniss laut eigener Auffassung ihr Leben verdankte als sie einige Jahre zuvor nach Nahrung für ihre Familie gesucht hatte.

Die Hunger Games sind allerdings mehr als nur Gladiatorenspiele, wo sich alle gegenseitig umbringen müssen. Gleichzeitig sind sie nämlich auch ein Reality TV Ereignis, das vor allem dazu dient die Bevölkerung an ihre Ohnmacht zu erinnern.

Natürlich verlaufen die Spiele nicht so wie immer (sonst hätte wir ja auch keine Geschichte), denn während selbst Tribute aus dem gleichem Distrikt eigentlich Gegner sind, präsentieren sich Katniss und Peeta von Anfang an als Team, und als Peeta öffentlich seine Liebe gesteht, auch als Liebespaar, um so reiche Sponsoren für sich zu gewinnen, die während der Spiele wertvolle Gegenstände schicken können.

Und das die beiden sich als Liebespaar ausgeben, zahlt sich am Ende aus. Denn zum allerersten Mal gibt es zwei Gewinner. Ein Zustand, der sich als äußerst gefährlich herausstellen könnte, denn der Regierung dürfte es ein Dorn im Auge sein, das man ihr eins ausgewischt hat.

Soviel dazu.

Mein größtes Problem ist eigentlich die Egoperspektive. Wir sehen, was Katniss sieht und wir erfahren, was Katniss weiß. Nur leider ist sie relativ ignorant was ihre Umwelt angeht, was von der Regierung immerhin auch so gewollt ist. Andere Charaktere lernen wir aber nur dann kennen, wenn diese mit Katniss agieren, und selbst dann bleiben diese Charaktere fast alle unterentwickelt. So einerseits hat die Welt, in welcher der Roman spielt, kaum Tiefgang, andererseits hat man Schwierigkeiten zu den meisten Chrakteren eine Bindung aufzubauen. Außerdem verfallen sie leicht in das Schema von Gut und Böse, so dass man natürlich für die Heldin ist.

Der Schreibstil ist sehr einfach, aber auch sehr erzählerisch. Katniss gibt oft Dialoge zusammenfassend wieder, was natürlich ebenfalls dazu beiträgt, dass vieles oberflächlich behandelt wird. Innere Monologe sind Programm, da Katniss einen Großteil der Spiele allein verbringt und dann Mutmaßungen über die anderen Tribute anstellt. Hier wurde eben wieder das Limit der Egoperspektive deutlich, denn nur zu gerne hätte ich gewusst, was die anderen so treiben, anstatt darüber zu lesen wie Katniss an Wasser und Nahrung gelangt.

Ach, und was wäre eine YA Roman ohne Romanze? Allerdings hatte ich damit hier überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, mich hat es eher frustriert, dass Katniss nicht wahr haben wollte, dass Peeta es ernst mit seinen Gefühlen meint, und er diese nicht nur vorgaukelt. Wobei ich schon gut fand, dass Katniss ihm nicht einfach blind vertraut. Und es ist für mich durchaus nachvollziehbar, dass sie sich nicht sicher ist, ob sie etwas für ihn empfindet, wenn man die Umstände bedenkt. Übrigens hat mir besonders gefallen, dass Peeta eben nicht der stereotypische Draufgänger ist, sondern eher sensibel und künstlerisch veranlagt, aber doch taff genug, um bei den Spielen zu überleben.

Alles in allem, hätte ich mir einfach... MEHR gewünscht. Trotzdem, es hat Spaß gemacht den Roman zu lesen und ich werde bald den nächsten Teil lesen UND ich freue mich auch auf den Film von daher....


Bewertung: 4/5

Goodreads: 4.54
Amazon: 4.6

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