justamyth: (books2)


Ebook, 455 pages
2009, Scholastic Press
Gelesen: 25.03.12 - 29.03.12

Dies hätte ein klasse Buch sein können. Aber entweder hatte Collins keine Lust oder war einfach nicht fähig dazu daraus eins zu machen. Ich tendiere ja eher zur letzeren Annahme.

In Mockingjay kommt es nach gut 7 Jahrzehnten endlich zur Rebellion gegen das Capitol, angeführt von Distrikt 13, das sich bisher im Verborgenen gehalten hatte. Das die Führungsspitze von Distrikt 13 suspekt ist, merkt man schon daran, dass sie Katniss lediglich als Mittel zum Zweck sehen, anstatt einer Person. Im späteren Verlauf der Handlung wird auch klar, dass sie Katniss lieber tot sähen.

Jedenfalls. Man könnte meinen, da endlich eine Rebellion stattfindet, dass "die Post abgeht", dass Katniss zur Heldin mutiert, aktiv am Kampfgeschehen teilnimmt und wir durch ihre Augen die Rebellion erleben. Nichts da. Zunächst ist Katniss erst einmal passiv bzw. extrem deprimiert und verkriecht sich in irgendwelche Ecken. Sie gibt sich die Schuld daran, dass Peeta ein Gefangener des Capitol ist, aber dagegen will sie nichts tun. Durchaus nachvollziehbar, aber ob man sowas lesen möchte ist natürlich eine andere Frage.

Wir hätten natürlich keine Handlung, wenn Katniss sich nicht doch aufraffen würde um irgendetwas zu tun. So soll sie durch propagandistische Videos ihren Teil leisten, was wie sich schnell herausstellt keine gute Idee ist, denn Katniss ist keine Schauspielerin. Weswegen man sie in ein Lazarett in einem der Distrikte schickt, um sie dort zu filmen. Dieses wird kurze Zeit später zerbombt, was Katniss dazu bewegt aktiver in der Rebellion zu werden.

Trotz Katniss guter Vorsätze, bekommt der Leser insgesamt ziemlich wenig von den Kämfen mit, da Katniss meist abwesend ist, und die Rebellen auch extrem schnell gewinnen. Innerhalb weniger Wochen stehen sie schon vor den Toren des Capitols, welches ebenfalls in kürzester Zeit eingenommen wird.

Eins muss man Collins lassen, sie scheut sich immerhin nicht ihre Charaktere durch die Hölle gehen zu lassen, oder gar umzubringen. Nur leider ist da eben das Problem, dass ich zu den meisten Charakteren keine emotionale Bindung aufgebaut hatte, so dass mich deren, zum Teil recht brutales, Ende auch ziemlich kalt gelassen hat. Abgesehen von Peeta, habe ich mir eigentlich um keinen wirklich Sorgen gemacht, da mir eigentlich klar war, dass Katniss sowieso überleben wird. Und bei Peeta ging es mir auch eher darum, ob er wieder der Alte wird oder nicht.

Insgesamt fand ich, dass das Buch wichtige Dinge ziemlich schnell abgehandelt hat. Ich fand es extrem unglaubwürdig wie schnell das Capitol besiegt wurde, wenn man bedenkt, dass die letzte Rebellion blutig niedergeschlagen wurde. Auch war mir die Wandlung diverser Charaktere zu krass, vor allem was Katniss angeht, deren deprissives Verhalten in diesem Buch zu extrem erschien.

Ich glaube, es wäre besser gewesen, wenn die Rebellion bereits zu Beginn des zweiten Buches stattgefunden hätte, anstatt noch einmal eins der Hunger Games.


Bewertung: 3/5

Goodreads: 4.07
Amazon: 3.6
justamyth: (books1)


Ebook, 391 pages
2010, Scholastic Press
Gelesen: 23.03.12 - 24.03.12

Catching Fire ist die Fortsetzung zu The Hunger Games. Machen wir es kurz: CF ist im Prinzip The Hunger Games 2.0, denn Katniss und Peeta müssen erneut bei den Hunger Games teilnehmen, da President Snow Katniss aus dem Weg räumen will, weil diese angeblich dazu beiträgt, dass es immer mehr zu Unruhen in den Distrikten kommt.

Vorher jedoch beschäftigt sich das Buch erst einmal damit, was mit den Siegern der Hunger Games geschieht. Diese dürfen nämlich in ein gehobeneres Wohnviertel ziehen, und haben zusätzlich ihr Leben lang ausgesorgt. Da Distrikt 12 bisher nur einmal in 74 Jahren gewonnen hat, leben in dem Viertel aber nur Haymitch, Katniss und Peeta. Die beiden Jugendlichen gehen sich zu dem aus dem Weg, da Katniss sich nicht sicher ist, was für Gefühle sie für Peeta empfindet, da während den Hunger Games ja alles (angeblich) nur geschauspielert war. Wie zu erwarten nutzt die Autorin die Situation dafür um eine Dreiecksbeziehung in die Handlung einzugliedern*, um Katniss noch mehr zu verwirren. Zusätzlich werden dann auch noch Katniss und Peeta auf eine Tour durch die ganzen Distrikte geschickt, um dort die Propaganda des Capitol zu verbreiten. Als das eben keine Wirkung zeigt, entscheidet sich President Snow dafür, dass die nächsten Hunger Games mit den bisherigen Siegern aller Distrikte stattfinden soll.

Naja, wie gesagt, das Buch bringt nur begrenzt Neues. Anstatt eben ihre Welt weiter auszubauen und interessanter zu gestalten, verbringt der Leser die eine Hälfte des Buches in Distrikt 12 mit Katniss, und die andere Hälfte in einer neuen Arena, wo die Charaktere sich mal wieder gegenseitig töten müssen. Das Highlight ist eigentlich das Ende, wo wir endgültig erfahren, dass es Distrikt 13 eben doch noch gibt und diese sich darum bemüht haben Katniss aus der Arena zu retten. Was ihnen letzlich auch gelingt. Peeta bleibt dabei allerdings zurück und ist nun ein Gefangener des Capitol.

Mich hatte ja die oberflächliche Behandlung der Welt und der meisten Charaktere bereits im ersten Band gestört. Leider ändert sich das auch hier im zweiten Band nicht, obwohl Collins die perfekte Gelegenheit gehabt hätte, als Katniss und Peeta durch die Distrikte reisen. Leider bekommen wir aber nur wirklich einen etwas zu sehen, während der Rest von Katniss in ein paar Sätzen zusammengefasst wird.

Das Buch hat mich zwar unterhalten, aber weil eben keine Verbesserung stattgefunden hat, bekommt es einen Punkt Abzug.


Bewertung: 3/5

Goodreads: 4.35
Amazon: 4.5



* = Angeblich war die Dreiecksbeziehung von Collins zunächst nicht geplant gewesen, aber dann auf Anraten ihrer Verlegerin mit eingebaut worden, damit sich das Buch besser verkauft. Merkt man.
justamyth: (library)


Ebook, 388 pages
2009, Scholastic Press
Gelesen: 18.03.12 - 20.03.12

Ich habe das getan, was ich mir versprochen hatte nie zu tun, und habe tatsächlich The Hunger Games gelesen. Es gab drei Gründe, warum ich es nicht lesen wollte. Erstens, habe ich dem Hype einfach nicht getraut. Schließlich ist Twilight ja extrem beliebt, aber einfach nur schlechte Literatur. Zweitens, es wird zur Young Adult Kategorie gezählt, mit der ich bisher eher schlechte Erfahrungen gemacht habe. Drittens, es ist in Ich-Perspektive geschrieben, d.h. genau in der Erzählperspektive, die ich am schlimmsten finde.

Soviel zu meinen Vorurteilen, die glücklicherweise nur teilweise bestätigt wurden. Insgesamt fand ich das Buch nämlich ziemlich gut, oder besser gesagt, es hat mir Spaß gemacht es zu lesen, weil es gibt doch so einige Mängel, die mich störten. Doch zuerst einmal zur Handlung.

Die Geschichte spielt in irgendwann in der Zukunft, in Nordamerika. Was wir heute als die USA bezeichnen ist in etwa Panem - nur kleiner, da wohl der Meeresspiegel deutlich gestiegen ist - welches in 13 Bezirke unterteilt ist. Jedes Jahr werden aus 12 dieser Bezirke (denn der 13. wurde vor geraumer Zeit zerstört) jeweils ein Junge und ein Mädchen ausgewählt, die dann in einem speziellen Areal miteinander kämpfen müssen bis nur noch einer oder eine von ihnen übrig ist. Diese Ereignisse sind die sogenannten Hunger Games, die auch noch in ganz Panem ausgestrahlt werden. Im ersten Buch finden die 74. Hunger Games statt und Katniss, die Heldin der Trilogie, meldet sich freiwillig als weiblicher Tribut für Distrikt 12, damit ihre kleine Schwester nicht teilnehmen muss (denn eigentlich wurde ihr Name gezogen). Als männlicher Tribut muss Peeta teilnehmen, dem Katniss laut eigener Auffassung ihr Leben verdankte als sie einige Jahre zuvor nach Nahrung für ihre Familie gesucht hatte.

Die Hunger Games sind allerdings mehr als nur Gladiatorenspiele, wo sich alle gegenseitig umbringen müssen. Gleichzeitig sind sie nämlich auch ein Reality TV Ereignis, das vor allem dazu dient die Bevölkerung an ihre Ohnmacht zu erinnern.

Natürlich verlaufen die Spiele nicht so wie immer (sonst hätte wir ja auch keine Geschichte), denn während selbst Tribute aus dem gleichem Distrikt eigentlich Gegner sind, präsentieren sich Katniss und Peeta von Anfang an als Team, und als Peeta öffentlich seine Liebe gesteht, auch als Liebespaar, um so reiche Sponsoren für sich zu gewinnen, die während der Spiele wertvolle Gegenstände schicken können.

Und das die beiden sich als Liebespaar ausgeben, zahlt sich am Ende aus. Denn zum allerersten Mal gibt es zwei Gewinner. Ein Zustand, der sich als äußerst gefährlich herausstellen könnte, denn der Regierung dürfte es ein Dorn im Auge sein, das man ihr eins ausgewischt hat.

Soviel dazu.

Mein größtes Problem ist eigentlich die Egoperspektive. Wir sehen, was Katniss sieht und wir erfahren, was Katniss weiß. Nur leider ist sie relativ ignorant was ihre Umwelt angeht, was von der Regierung immerhin auch so gewollt ist. Andere Charaktere lernen wir aber nur dann kennen, wenn diese mit Katniss agieren, und selbst dann bleiben diese Charaktere fast alle unterentwickelt. So einerseits hat die Welt, in welcher der Roman spielt, kaum Tiefgang, andererseits hat man Schwierigkeiten zu den meisten Chrakteren eine Bindung aufzubauen. Außerdem verfallen sie leicht in das Schema von Gut und Böse, so dass man natürlich für die Heldin ist.

Der Schreibstil ist sehr einfach, aber auch sehr erzählerisch. Katniss gibt oft Dialoge zusammenfassend wieder, was natürlich ebenfalls dazu beiträgt, dass vieles oberflächlich behandelt wird. Innere Monologe sind Programm, da Katniss einen Großteil der Spiele allein verbringt und dann Mutmaßungen über die anderen Tribute anstellt. Hier wurde eben wieder das Limit der Egoperspektive deutlich, denn nur zu gerne hätte ich gewusst, was die anderen so treiben, anstatt darüber zu lesen wie Katniss an Wasser und Nahrung gelangt.

Ach, und was wäre eine YA Roman ohne Romanze? Allerdings hatte ich damit hier überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, mich hat es eher frustriert, dass Katniss nicht wahr haben wollte, dass Peeta es ernst mit seinen Gefühlen meint, und er diese nicht nur vorgaukelt. Wobei ich schon gut fand, dass Katniss ihm nicht einfach blind vertraut. Und es ist für mich durchaus nachvollziehbar, dass sie sich nicht sicher ist, ob sie etwas für ihn empfindet, wenn man die Umstände bedenkt. Übrigens hat mir besonders gefallen, dass Peeta eben nicht der stereotypische Draufgänger ist, sondern eher sensibel und künstlerisch veranlagt, aber doch taff genug, um bei den Spielen zu überleben.

Alles in allem, hätte ich mir einfach... MEHR gewünscht. Trotzdem, es hat Spaß gemacht den Roman zu lesen und ich werde bald den nächsten Teil lesen UND ich freue mich auch auf den Film von daher....


Bewertung: 4/5

Goodreads: 4.54
Amazon: 4.6
justamyth: (library)
Meine "to-read" Liste auf Goodreads beträgt zur Zeit genau 115 Bücher. Es ist etwas unwahrscheinlich, dass ich diese jemals wirklich alle lesen werde, vorallem wenn ich in meinem derzeitigen Tempo weiter mache. (Ich habe in den letzten 8 Tagen gerade mal ca. 100 Seiten gelesen. Peinlich, peinlich.) Ein anderer Faktor ist, dass ich im Laufe der Zeit einfach das Interesse an dem einen oder anderen Buch verlieren werde. Ein weiterer sind einfach die verbundenen Kosten. Ich habe das Problem, dass ich so gut wie ausschließlich englische Bücher lesen möchte, die es in meiner örtlichen Bibliothek einfach nicht gibt, weil ich in Deutschland lebe. Natürlich gibt es auch fremdsprachige Bücher in deutschen Bibliotheken, allerdings dann meistens ältere und vorallem populäre Literatur. Harry Potter auf Englisch zu finden ist kein Problem, Nights of Villjamur dagegen dürfte sich als unmöglich herausstellen. Und eine Übersetzung mag ich einfach nicht lesen wollen. Lange Rede, kurzer Sinn, meine TBR Liste ist eigentlich (für meine Verhältnisse) sowieso schon zu lange, aber ich werde trotzdem einige Autoren auflisten, die ich irgendwann einmal lesen möchte und hoffentlich auch werde. Dabei handelt es sich ausschließlich um SF/F Autoren, weil es nun einmal meine Lieblingsgenre sind (wobei ich definitiv mehr SF lesen muss/will).

- Alastair Reynolds, Sciene-Fiction, [Revelation Space]
- Peter F. Hamilton, Science-Fiction
- Guy Gavriel Kay, Fantasy
- Daniel Abraham, Fantasy
- R. Scott Bakker, Fantasy
- Iain M. Banks, Science-Fiction
- Peter V. Brett, Fantasy
- Scott Lynch, Fantasy
- Glen Cook, Fantasy
- Robert E. Howard, Fantasy [Conan-Reihe]
- Stephen R. Donaldson, Fantasy & Science-Fiction
- Greg Keyes, Fantasy
- Mark Charan Newton, Fantasy
- Terry Pratchett, Fantasy
- Brandon Sanderson, Fantasy
- Dan Simmons, Science-Fiction
- Tad Williams, Fantasy
- Roger Zelazny, Fantasy & Science-Fiction

So, ich glaube das war's. Die Autorenzahl ist recht überschaubar - gerade einmal 18 - aber viele haben natürlich Serien geschrieben, so dass sich die Zahl der Bücher locker verdreifachen lässt.

Mir fällt gerade auf, dass das alles Männer sind. Yikes. Das könnte daran liegen, dass Fantasy-Autorinnen gerne klassischere und/oder romantischere Bücher schreiben. Siehe Hobb, Le Guin oder Marillier. Oder sie verknüpfen gerne Historie mit fantastischen (und romantischen) Elementen. Siehe Gabaldon oder Bradley. Tja, und mich interessiert nun eher epische, dunklere Fantasy und weniger klassische, romantische Fantasy.
justamyth: (books1)


Paperback, 331 Seiten
1987, Ace/Berkley Publishing
Gelesen: 22.11. - 04.12.2011

Ich habe viel zu lange für dieses Buch gebraucht. Aber irgendwie hatte ich die letzten paar Tage einfach keine Lust zum Lesen. Sonst wäre ich nämlich schon längst fertig geworden, da sich Band 2 der Dune Reihe wesentlich schneller lesen lässt, und es ist auch um einiges kürzer.

Nun, da ich Dune Messiah gelesen habe stellen sich mir zwei Fragen: Was war der Sinn des Buches oder bin ich vielleicht einfach zu blöd für das Buch?

Aber erst einmal zum Inhalt. Dune endet (quasi) mit Paul als Kaiser. Zwölf Jahre später ist er es immer noch, nur nicht unbedingt beliebt, denn im Zuge seiner Machtergreifung wurde auch ein Jihad losgetreten, der Krieg und Chaos im Universum verbreitet. Das Buch beginnt damit, dass sich Vertreter der Bene Gesserit, Bene Tleilaxu und der Raumfahrergilde treffen und einen Plan gegen Paul aushecken, um ihn zu stürzen oder zumindest unter ihre Kontrolle zu bringen. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber der Plan lief wohl darauf hinaus, dass man Chani umbringt, sie aber als Ghola zurückbringt und dann entsprechende Gegenleistungen fordert, mit denen man Paul nicht nur entmachten würde, sondern auch erpressen könnte. Ich glaube nicht, dass ich zuviel verrate, wenn ich sage, dass der Plan nach hinten los geht, denn jeder weiß, dass Paul in die Zukunft sehen und die Ereignisse entsprechend lenken kann. Daher eben die Frage nach dem Sinn des Buches.

Ich schätze, man könnte sagen, dass es Herbert darum ging die Grenzen der Vorhersehung der beiden Atreides-Geschwister zu erkunden. Andererseits ging es vielleicht auch um Identität in Bezug auf Hayt/Duncan Idaho. Oder aber, es ging Herbert einfach darum Paul einigermaßen glaubwürdig aus der Geschichte zu nehmen. Ich sage einigermaßen, weil einerseits im Buch erwähnt wird, dass es schon immer Pauls Ziel war den Jihad zu verhindern, er es aber nie tut, vielleicht weil es einfach unmöglich sein soll, aber am Ende wandert er trotzdem lieber in die Wüste aus, wodurch man ihn nur noch mehr verehren wird. Gut, wenn er es nicht getan hätte, hätten die Fremen ihn am Ende vielleicht selbst gestürzt. Aber hätte das nicht den Jihad beendet? Schließlich hätte doch ein Sturz gerade durch die Fremen ihm seiner Heiligkeit beraubt.

Wie schon bei Dune, hatte ich hier den Eindruck, dass das Buch so cool hätte sein können, wenn es sich nur mit anderen Dingen beschäftigt hätte. Na ja, und wenn Herbert vielleicht ein besserer Schriftsteller wäre. Vielleicht kam es mir nur so vor, aber ich fand Dune Messiah war zumindest besser geschrieben als Dune. Herbert ist hier wesentlich weniger oft zwischen den Charakteren hin und her gesprungen.

3/5

Goodreads: 3.72
Amazon: 4.0
justamyth: (library)


Paperback, 528 Seiten
2005, Ace Books
Gelesen: 10.11. - 20.11.2011

Dune ist für Science-Fiction ungefähr das, was Lord of the Rings ist für Fantasy - mit dem Unterschied, das Ersteres für mich tatsächlich lesbar ist. (Sorry Tolkien, aber endlose Beschreibungen sind einfach nichts für mich.) Ich habe Dune nicht zum ersten Mal gelesen, aber da das letzte Mal gut 10 Jahre her sein dürfte und noch dazu auf Deutsch, dachte ich mir ein erneutes Lesen des Sci-Fi Klassikers sei mal angebracht. Ich würde Lügen, wenn ich noch wüsste, welchen Eindruck das Buch damals auf mich hinterlassen hat, aber allzu schlecht kann es nicht gewesen sein, denn daran würde ich mich erinnern. Ich meine mich auch vage daran zu erinnern, dass ich die Fortsetzung lesen wollte, aber sie in der Bibliothek ausgeliehen war und dann muss ich irgendwann das Interesse verloren haben. Das wird diesmal kein Problem sein, denn Dune Messiah und Children of Dune stehen lesebereit in meinem Bücherregal.

Ich muss zugeben, so richtig konnte mich das Buch nicht begeistern. Nicht weil es schlecht war, sondern weil sich der Autor auf Dinge konzentriert hat, die mich weniger interessiert haben. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, und eben der mittlere Teil ist es, der sich wie Kaugummi gezogen hat, da dem Autor es wichtig war genau zu beschreiben wie Paul und Jessica in der Wüste überleben, obwohl diese nur etwa zwei Tage dort allein verbringen. Im Kontrast dazu steht der letzte Teil des Buches, der nur wenige wichtige Ereignisse aus etwa vier Jahren wiedergibt. Nur zu gern hätte ich mehr über den Kampf der Fremen gegen die Harkonnen gelesen, aber stattdessen konzentrierte sich der Autor eben auf philosophische und religiöse Grübeleien, die mich, wie gesagt, herzlich wenig interessierten.

Ebenso fand ich es schwer einen Zugang zu den Charakteren zu finden, besonders aber zu Paul, dessen Transformation vom Jugendlichen zum Messiahs ziemlich plötzlich passiert. Sicher, man bekommt erklärt, dass das Spice als Katalysator wirkt und im Prinzip nur zur "Erweckung" diente, aber ich fand diese Erklärung trotzdem nicht zufriedenstellend. Insgesamt fehlt es den Charakteren aber auch einfach an Tiefe, weil deren Motivation ziemlich generell gehalten sind. So wird die eine Seite hauptsächlich durch ihren Hass auf die "bösen" Harkonnen angetrieben, während die Harkonnen sich vom Hass auf die Atreides leiten lassen und als Grund wird eine uralte Fehde zwischen den beiden Familien genannt, bei der ein Atreides einen Harkonnen blamiert hatte.

Eine viel größere Schwäche dieses Buches ist jedoch der Schreibstil. Es ist unglaublich nervig wenn man die Gedanken eines Charakters liest, nur um dann im nächsten Satz die Gedanken eines anderen lesen zu müssen, denn ja, Herbert springt alle paar Sätze zwischen seinen Charakteren hin und her. Dadurch bekommt man zwar ein vollständiges Bild der Szene, aber es ist eben extrem unelegant und störend. Zudem sind die Dialoge recht altmodisch und kaum realistisch. Mir war auch nie klar, ob ich annehmen sollte, ob die Fremen gebrochenes "Englisch" sprechen oder nicht, da sie manchmal danach klangen, und manchmal eben nicht.

Ich finde eine Bewertung schwierig. Als ich das Buch zu Ende las, dachte ich mir, wie gerne ich mehr von dieser Welt bzw. diesem Universum lesen würde, denn wie gesagt, das Buch war nicht schlecht. Aber wenn man mal ernst darüber nachdenkt, dann sind die Charaktere recht stereotypisch und die Handlung ist nicht gerade kompliziert. Und die von Herbert entwickelte Welt hat eben auch nicht das Niveau anderer Bücherreihen.

Bewertung: 3.5/5

Goodreads: 3.94
Amazon: 4.5
justamyth: (b&w books)

Paperback, 314 Seiten
2007 by Tor
Gelesen: 19.10. - 30.10.2011

Das Buch lässt sich in etwa beschreiben als eine Mischung aus Avatar und Dark Angel. Vielleicht nicht ganz fair, da Avatar vier Jahre jünger ist das Scalzis Buch, aber meine Erfahrungen mit Science-Fiction halten sich nun mal in Grenzen.

Die Geschichte wird aus der Sicht von John Perry (eine Homage an Perry Rhodan?) erzählt, der im Alter von 75 Jahren in die Armee eintritt. Bei dieser Armee handelt es sich natürlich nicht um die herkömmliche Armee, sondern um die sogenannte CDF, die menschliche Kolonisten und ihre Kolonien beschützt sowie neue bewohnbare Planeten findet und sie gegebenenfalls erobert. Wer oder was die CDF genau ist, wer dahinter steckt und wie sie finanziert wird, wird im Buch nicht verraten. Bevor das offizielle Training beginnt, erhalten zunächst einmal alle Rekruten einen super, tollen, neuen und vorallem grünen Körper, der dem des Menschen überlegen ist. Dies ist auch nötig, denn mit den Aliens in Scalzis Universum ist nicht zu spaßen. Etwa 2/3 der Rekruten sterben in den ersten zwei Jahren.
Nach der Ausbildung zum Fußsoldaten, folgen wir Perry in einige Schlachten und lernen so feindliche Aliens kennen. Schließlich gerät Perry in eine Schlacht, die in einem Massaker von rund 95.000 CDF Soldaten endet, und die Perry überraschenderweise überlebt. Gegen Ende des Buches findet sich Perry bei einer Spezialeinheit wieder, der sogenannten Ghost Brigade, deren Mitglieder aus eben jenen Körpern besteht, deren Besitzer vor dem Transfer ihres Geistes starben. Wer da nun genau drin steckt erfährt man nicht. Schließlich endet das Buch damit, dass Perry für seine Taten als Held gefeiert wird.

Ich habe vor Kurzem erfahren, dass dieses Buch verfilmt werden soll, was sich nicht als schwierig herausstellen dürfte, da ich beim Lesen das Gefühl hatte, ich würde mir einen Film ansehen, aber nicht unbedingt ein Buch lesen.

Die Handlung ist ziemlich unkompliziert, da es hauptsächlich darum geht wie Perry Soldat wird und dann als solcher dient. Dementsprechend kommt auch nicht wirklich groß Spannung auf. Eigentlich war das Einzige, das mir Spannung machte, die Hoffnung, dass jetzt gleich irgendeine unerwartete Wendung passiert. Doch da wurde ich leider enttäuscht. Übrigens auch der Grund, warum ich 11 Tage zum Lesen gebraucht habe.

Zumindest gibt es einige unerwartete Fragen, die mich beschäftigen. Wie oben bereits erwähnt, ist die CDF ziemlich mysteriös, was allerdings auch an der Unwissenheit und am Desinteresse von Perry liegen könnte. Eine andere Frage betrifft die Consu und deren Pläne. (Oder zumindest war ich unter dem Eindruck, dass sie irgendein Ziel beabsichtigen.) Dann wäre da noch die Ghost Brigade. Am Anfang des Buches bekommt man als Leser erklärt, dass die Persönlichkeit eines Jeden von deren alten Körpern in die neuen, modifizierten Körper übertragen wird. Der alte Körper ist danach noch lebendig, aber eben "leer". Da die CDF die neuen Körper ein Jahrzehnt vor dem Eintreffen der Rekruten kreiert, schaffen es aber nicht alle Rekruten zu ihrem "Seelentransfer", weil sie vorher sterben. So zum Beispiel Perrys Frau Kathy, deren Körper wir in Gestalt von Jane begegnen. Und da stellt sich eben die Frage: Wer ist "Jane"? Sie kann nicht Kathy sein, da diese neun Jahre zuvor auf der Erde starb. Und doch wird angedeutet, dass Jane gewisse Charaktereigenschaften von Kathy besitzen soll. Ich hätte mir hier etwas mehr Klarheit gewünscht.

Die Charaktere haben mich nicht überzeugt, muss ich leider sagen. Am Ende hatte ich den Eindruck, dass Perry und Jane lieber Gary Stu und Mary Sue hätten heißen sollen. Der Autor befasst sich auch nicht wirklich mit dem Problem, dass die beiden im Prinzip einen 70-jährigen Altersunterschied haben. Sicher, es wird mal kurz erwähnt, dass Jane emotional nicht sehr erwachsen sei, aber so wirklich kommt das nicht zum Ausdruck und ist schon gar nicht ein Problem, obwohl es eins sein sollte. (Überhaupt hat sich niemand gemäß seinem Alter benommen.) Die anderen Charaktere dienten größtenteils dazu, um Perry, und damit dem Leser, etwas zu erklären.

Die Handlung war also nicht besonders interessant und die Charaktere waren auch nicht gerade der Hammer, und doch war das Buch nicht unbedingt schlecht. Ich hab im Prinzip wieder das gleiche Problem, das ich zuvor mit Feed hatte. Nur mit dem Unterschied, dass Scalzis Buch etwa halb so lang ist und mich sein Schreibstil nicht genervt hat.

Bewertung: 3/5

Goodreads: 4.16
Amazon: 4.3

PS: Ich habe langsam den Verdacht, dass Bücher aus der Ich-Perspektive vielleicht nichts für mich sind. Andererseits hat mir Moores Die Bibel nach Biff sehr gut gefallen... Hmmm.

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